minimieren
Volltextsuche

Co2olinaris-Artikel

Starten Sie mit den Klima-Hotels in eine kulinarische „CO₂-Diät“! Unsere Ernährung trägt nämlich durchschnittlich 15% zu den jährlichen CO₂-Emissionen bei.
Sowohl durch die Herstellung als auch bei Lagerung und Transport von Lebensmitteln werden klimabelastende Gase verursacht. Deren Menge ist deutlich geringer, wenn auf Saisonalität, Regionalität, biologischen Anbau sowie geringen Fleischanteil geachtet wird.

Daher haben wir diese vier Themen für Sie schmackhaft aufbereitet:
Regional:
Saisonal:
Biologisch:
Vegetarisch:

 

Obst... Deutschlands süße Schätze


Stellen Sie sich vor, im Sommer draußen in der Sonne zu sitzen und ein Buch zu lesen oder einfach nur dem Gezwitscher der Vögel zuzuhören. Irgendwann bemerken Sie ein leichtes Hungergefühl – aufgrund der Hitze möchten Sie nur etwas Kleines, Frisches zu sich nehmen…

Obst ist das ganze Jahr über zu genießen, doch gerade im Sommer als frischer Snack nicht wegzudenken. Die leckeren, saftigen oder knackigen Früchte machen gesund, fit, schön und schlank und sind reine Vitaminspender. Dieser Artikel soll nicht nur Lust auf Obst machen, sondern auch darauf hinweisen, welche Freuden Sie mit dem Anbau von Obst im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon haben können.

Nach einem vorläufigen Bericht des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wurden im Wirtschaftsjahr 2010/11 mindestens 65,6kg Obst pro Kopf ver- zehrt (einschließlich der Menge zur industriellen Verarbeitung und ohne Zitrusfrüchte). 1kg Obst verursacht im Schnitt ca. 0,5kg CO₂. Wenn man diesen Wert mit dem jährlichen Durchschnitts- Obst-Konsum eines Deutschen multipliziert, kommt man auf einen CO₂-Ausstoß von knapp 33kg. Das hört sich nicht viel an und ist im Vergleich zu Fleisch- und Milchprodukten wesentlich geringer, allerdings hilft dem Klima jede kleinste Bemühung, CO₂ einzusparen.

Frisch vom Baum gepflücktes Obst schmeckt köstlich, da man es erntet, wenn es den richtigen Reifegrad erreicht hat. Viele importierte Früchte werden vorzeitig gepflückt, damit sie den weiten Weg z.B. aus Südamerika überstehen. Abgesehen von den hohen CO₂-Werten, die durch den Transport entstehen, kann sich der volle Geschmack der Frucht auch nicht so entfalten, wie wenn die Frucht die volle Sonneneinstrahlung bis zum letzten Moment genießen konnte.

So gut wie jede Obstsorte kann man in Kübeln züchten, wenn der kleinste Wurzelstock verwendet wird. Somit braucht die Pflanze nicht viel Platz. Ein großer Vorteil: Wenn es draußen kälter wird, kann man sie mit ins Haus nehmen. An einem kleinen Baum wächst überraschend viel Obst. Außerdem sehen die Obstbäume nicht nur toll aus, sondern liefern auch noch einen frischen Vorrat an süßem Obst. Zusätzlich kann man sich den Weg zum Supermarkt und weitere Kohlendioxid-Emissionen sparen, da der leckere Obstvorrat nur wenige Schritte entfernt ist. Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile der Selbstversorgung mithilfe des eigenen Gartens und mit etwas Geschick lässt sich sogar der kleinste Balkon zu einer Nutzfläche umwandeln.

Die Erdbeere gehört zu den beliebtesten Früchten der Deutschen und ist zudem sehr gut für die Zucht auf dem Balkon geeignet. Ideal sind hierfür Walderdbeeren. Die Pflanze wird ca. 25cm hoch und beginnt oft schon im April zu blühen. Danach gibt es nicht nur einmal eine Ernte aus kleinen, aber sehr aromatischen Früchten. Am besten geeignet für die Zucht sind Hängetöpfe. Wichtig ist noch, dass die Erdbeerpflanzen eine optimale Sonneneinstrahlung genießen können und die Töpfe mit etwas sandiger, humusreicher Erde gefüllt sind. Wenn diese Kriterien eingehalten werden, steht der erfolgreichen Erdbeer-Ernte nichts mehr im Weg!

 

 Wein... deutscher Rebensaft ist erste Wahl!



Wenn es um Ernährung und Klimawandel geht, wird oft über Grundnahrungsmittel oder Vegetarismus debattiert, aber wie steht es eigentlich um die Klimabilanz eines Genussmittels wie Wein? Wie klimafreundlich ist der Rebensaft und was gibt es zu beachten als klimabewusster Weingenießer?

Wein wird in Deutschland immer beliebter: Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt jährlich um etwa 2,5 Liter und liegt mittlerweile bei mehr als 20 Litern pro Jahr. Die CO₂-Bilanz einer Flasche Wein wird im Wesentlichen durch Anbau, Transportweg, Transportmittel sowie die Verpackung bestimmt. Der Anbau selbst ist dabei recht klimafreundlich und schlägt nur mit durchschnittlich 0,8kg pro Liter Wein zu Buche. Biowein ist im Anbau nochmal 20% klimafreundlicher.

Die Verpackung ist fast immer die Glasflasche und diese werden häufig – besonders im Ausland - nicht aus gebrauchten Glasflaschen hergestellt, sondern – eher ungünstig für das Klima - neu produziert.

Der Löwenanteil der Emissionen wird jedoch beim Transport verursacht: Zwei Drittel aller in Deutschland konsumierten Weinflaschen stammen aus dem Ausland, meistens aus Italien, Frankreich oder Spanien. Deutschland ist mittlerweile der größte Weinimporteur der Welt. Wein wird innerhalb Europas in der Regel emissionsintensiv per LKW transportiert. Besonders schlägt hier klimatechnisch zu Buche, dass Weine innerhalb Europas bereits am Produktionsstandort abgefüllt und in schweren Glasflaschen transportiert werden. Aus Übersee wird Wein in der Regel als Offenwein im Container per Schiff transportiert und dann in Deutschland abgefüllt.

Wie schneiden verschiedene Angebote nun klimatechnisch ab? Die folgende Übersicht gibt Aufschluss:

CO₂-Bilanz einer Flasche Wein*:

 + Wein aus Deutschland: Anbau 0,84kg CO₂, Mehrwegflasche Glas 0,28kg CO₂, abgefüllt am Produktionsstandort, 500km Transport per LKW zum Vertriebsort 0,19kg CO₂. Summe: 1,31kg CO₂
+ Wein aus Südfrankreich: Anbau 0,84kg CO₂, Mehrwegflasche Glas 0,28kg CO₂, abgefüllt am Produktionsstandort, 1.500km Transport per LKW 0,47kg CO₂. Summe: 1,59kg CO₂
 + Wein aus Australien: Anbau 0,84kg CO₂, Transport per Container im Frachtschiff 0,72kg CO₂, Abfüllung in Deutschland in MehrwegflascheGlas 0,28kg CO₂, 200km Transport LKW 0,07kg CO₂. Summe: 1,91kgCO2

Kurze Wege machen deutschen Wein hier zum Klimasieger. An zweiter Stelle folgt der Rebensaft aus dem europäischen Ausland, trotz des emissionsintensiven Straßentransports. Für den Wein aus Übersee, obwohl energieeffizient als Offenwein im Container transportiert, bleibt nur Platz drei. Als klimafreundlicher Weingenießer sollte deshalb die Wahl öfter auf heimischen Rebensaft von nahegelegenen Weingütern fallen. Und noch besser wenn er biologisch angebaut wurde.

*Quelle: u.a. Colman & Päster (2007). Red, white and “green”: The cost of carbon in the global wine trade

 

Eis... ein himmlischer Sommergenuss


Im Sommer ist es kaum wegzudenken, jeder schleckt es und die Kreationen sind vielfältig. Ob am Strand, im Café oder zu Hause aus der Kühltruhe. Eis ist ein Renner. Nicht immer waren Herstellung und Lagerung der leckeren Erfrischung so einfach wie heute.

Schon vor 5.000 Jahren war der Vorgänger der Eiscreme, der Eiswürfel, in Mesopotamien be- kannt. Ausschließlich wohlhabende Menschen konnten sich den erfrischenden Luxus leisten, im Sommer mit Eis gekühlte Getränke zu genießen. Das Eis wurde nicht etwa künstlich hergestellt, sondern in Eiskellern über den Sommer gebracht. Viel später, zum Anfang des 19. Jahrhunderts, etablierte sich der Eisschrank - ein Schrank mit zwei Fächern, das untere für die verderblichen Lebensmittel, das obere für das Eis, wobei dies zur Kühlung der darunter stehenden Lebensmittel diente. Der Eismann verteilte große Blöcke Eis zum Nachlegen, die er in seinen Kühlkellern lagerte. Die Kühlmöglichkeiten in vergangenen Zeiten waren im Vergleich zu unseren modernen zwar rar, aber sehr klimafreundlich. Heute findet man in jedem Haushalt einen Kühlschrank, zumeist mit Gefrierfach oder gar eine Tiefkühltruhe. Tiefgekühlte Lebensmittel wie Eis benötigen bei der Verarbeitung und für die Aufrechterhaltung der Kühlkette während Transport und Lagerung große Energiemengen und bewirken erhebliche Treibhausgasemissionen. Im Durchschnitt sind dies 2kg Emissionen pro Kilogramm tiefgekühltem Lebensmittel. Die Lagerung im Haushalt verursacht zudem durch einen Gefrierschrank durchschnittlich 500 Kilowattstunden an Strom und erzeugt damit ca. 300kg CO₂. Leider lässt es sich aber nicht vermeiden, Eis zu kühlen, da das leckere Dessert sonst schmilzt und nicht mehr zu genießen ist. Am besten und klimafreundlichsten schlemmen Sie Eis, wenn Sie es selber zubereiten und sofort verzehren. Wassereis in vielen Geschmacksrichtungen lässt sich ganz einfach herstellen. So wie es der Amerikaner Frank Epperson vorgemacht hat: Er vergaß in einer frostigen Nacht seinen Löffel im Getränk und staunte über das Eis am Stiel. Zubereitung für cremiges Eis erfordert mehr Können und Geduld. Je ausdauernder Sie die Masse aus Milch, Sahne, Eiern, Früchten und Zucker rühren, desto besser ist der Geschmack. Durch das ständige Rühren werden die Eiskristalle, die im Mund unangenehm kratzen, zerstört. Vereinfacht werden kann die Herstellung von Eis mit einer Eismaschine.

Warum versuchen Sie es nicht mal? Dann kann sich selbst der Allergiker sicher sein, dass keine Spuren von Nüssen oder ähnlichem enthalten sind. Außerdem können Sie die Qualität selber be-  stimmen – zum Beispiel mit Produkten aus dem Bioladen. Ein weiterer Vorteil: Es besteht kein Zusatz von künstlichen Farb- oder Aromastoffen, aber trotzdem voller Geschmack.

Was noch für die Figurbewussten unter uns zu erwähnen ist: Fettarme Zutaten machen bei der Zubereitung von Milcheis nur wenig Sinn, weil der volle Geschmack und die zartschmelzende Textur ein gewisses Maß an Fett benötigen. Wer auf seine Figur achten möchte, sollte lieber eine etwas kleinere Portion wählen oder zu fruchtigem Wassereis greifen.

Äpfel... Herbstobst mit Biss!


Ob rotbackig, goldgelb oder grün, ob süßfruchtig oder fein-säuerlich – Äpfel sind das beliebteste Obst der Deutschen: Pro Kopf werden jährlich knapp 20kg verzehrt. Als handlicher, kalorienarmer Snack für zwischendurch, der sättigt und die Leistungsfähigkeit anregt, ist der Apfel in Schul- und Arbeitstaschen gleichermaßen angesagt.

Wurden um 1880 weltweit noch mehr als 20.000 und allein in Deutschland über 2.300 Sorten kulturell genutzt, sind heute lediglich 60 wirtschaftlich bedeutend. In ganz Europa machen drei Sorten (Golden Delicious, Gala und Jonagold) 70% des Gesamtangebots am Apfelmarkt aus. Bevorzugt werden vor allem solche, die einheitlich große Früchte bringen, leicht zu ernten sind und allen gleich gut schmecken sollen. Da bleiben individuelle Unterschiede einzelner Sorten auf der Strecke. Kaum einer kennt heute mehr die Wintergoldparmäne oder den Gelben Gravensteiner.

Dabei ist die Erhaltung alter Sorten für die genetische Vielfalt und Biodiversität wichtig. Hierzu tragen auch die traditionellen Streuobstwiesen mit ihren Bäumen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten bei. Es sind wertvolle Landschaftselemente und überschäumend reiche Lebensräume; Futter- und Nistplatz, Jagdrevier und Unterschlupf für Bienen, Schmetterlinge, Gartenrotschwanz, Buntspecht, Steinkauz, Fledermaus, Igel und viele andere Tiere. Von der Nordsee bis an die Alpen erfreut sich unser Auge an den blühenden Obstwiesen.

Das Alte Land bei Hamburg sowie die Bodenseeregion sind die bedeutendsten Anbaugebiete für Äpfel in Deutschland. Um bis zum Sommer desnächsten Jahres verfügbar zu sein, werden die im Herbst geernteten Früchte in riesigen Kühlhäusern eingelagert. Da dies viel Energie verbraucht und CO₂-Emissionen verursacht, verschlechtert sich die Klimabilanz der Äpfel von Monat zu Monat. Im Hochsommer weisen sie sogar eine ähnliche Klimabilanz auf wie importierte Früchte aus Neuseeland - die rund 23.000km lange Reise auf Containerschiffen eingerechnet! Im Herbst dagegen verursachen Äpfel aus Deutschland vergleichsweise geringe CO₂-Emissionen: Auf 1kg Obst kommen bei konventionellem Anbau ca. 550g CO₂. Zum Vergleich: 1kg saisonale Tomaten verursacht ca. 350g CO₂, 1 kg Mischbrot ca.750g CO₂, 1kg Eier ca. 1.950g CO₂, 1kg Rindfleisch ca. 13.300g CO2 (Quelle: Pendos CO₂-Zähler)

 Nutzen Sie also den goldenen Herbst, um die Apfel-Saison in vollen Zügen zu genießen! Um Ihren Lieblingsapfel zu finden, können Sie bspw. Apfelfeste mit Verkostungsaktionen besuchen. Hier erfahren Sie, welche Sorte auch zu Hause gelagert werden kann, sich eher als Tafelapfel oder zum Backen eignet, welche sich für Allergiker empfiehlt, welchen Standort der Baum braucht und vieles mehr. Dann bleibt nur noch die Qual der Wahl zwischen den vielen leckeren Sorten.

Außer dem Frischverzehr und gefühlten 1 Million verschiedenen Kuchenrezepten lassen sich Äpfel auch als Kompott, Apfelringe, Marmelade, Gelee, oder Chutney servieren; sie zieren Pfannkuchen, würzen Rotkohl und Apfelessig und da sie sowohl süß als auch herzhaft schmecken, ist dann auch für jeden Gaumen das Richtige dabei.

Tomaten... nicht nur rot sehen!



Sie tragen seltsame Namen wie „Grünes Zebra“, „Cream Sausage“ oder „Big Rainbow“, sind eier -, birnen- oder gar herzförmig. Dass Tomaten nicht immer rot und rund sein müssen, bleibt beim Gang durch unsere Supermarktgänge leider häufig verborgen. Eher fündig wird man in Naturkostläden oder direkt beim Bio-Bauern.

Dabei hat die Tomate seit ihrer Ankunft aus der „Neuen Welt“ im Laufe der Jahrhunderte über 10.000 verschiedene Sorten hervorgebracht. Ihre Vielfalt reicht von winzigen Früchten in Johannisbeergröße über die Kirsch- bis zur Fleischtomate, wie z.B. der „Ananastomate“, deren Frucht schon mal die 1.000 g-Marke erreicht. Ihr Farbspektrum erstreckt sich von cremefarben über gelb, rosa, rot, grün bis dunkelviolett und schwarz. Manche Sorten sind sogar gestreift. Und jede hat ihren ganz eigenen Geschmackscharakter.

Ihre Verwendung ist entsprechend vielfältig. Während die kleinen Früchte durchweg sehr süß und aromatisch sind und sich sogar für Konfitüre eignen, gibt es mehlige Sorten für Saucen, saftige für Salat usw. Tomaten können getrocknet oder eingelegt werden; sie gelten roh, gebraten oder gekocht stets als Gaumenkitzel.

Um ein intensives Aroma zu entwickeln, benötigen Tomaten viel Sonne. So ist es nicht verwunderlich, dass das Fruchtgemüse in der Erntesaison (Juli bis September) am schmackhaftesten ist. Aber auch ökologische Gründe sprechen gegen die Treibhaustomate: Der konventionelle Anbau von 1kg Tomaten im heimischen beheizten Gewächshaus außerhalb der Saison verursacht 9.300g CO₂, ihr ökologischer Anbau in der Region während der Saison dagegen nur 35g CO₂ (Quelle: Pendos CO₂-Zähler).

Ursprünglich brachten spanische Eroberer die ersten Tomatensamen aus den peruanischen Anden im 16. Jahrhundert mit nach Europa. Anfänglich aufgrund seiner hochgiftigen Verwandtschaft – Tollkirsche und Bilsenkraut - misstrauisch beäugt, galt das Nacht- schattengewächs noch lange Zeit als exotische Zierpflanze bevor es endgültig Einzug in die mitteleuropäischen Nutzgärten hielt.

Mittlerweile ist die Tomate mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von ca. 7,5 kg pro Jahr allein an frischen Früchten das beliebteste Gemüse der Deutschen. Werden Tomatensauce & Co. eingerechnet, sind es sogar über 20 kg. Ein Grund hierfür mögen die gesunden Inhaltsstoffe sein: Die Tomate enthält sehr viele Vitamine und Mineralstoffe. Ihre Fruchtsäuren, der Farbstoff Lykopin und wertvolle Karotinoide stehen im Ruf, schädliche Nitrate abzufangen. Dieser Cocktail wirkt sich positiv auf das Herz- Kreislaufsystem, den Zellstoffwechsel und das Immunsystem aus.

Je länger Tomaten gelagert werden, desto mehr ihrer wertvollen Inhaltsstoffe verlieren sie. Keinesfalls sollten sie im Kühlschrank aufbewahrt werden, denn dort büßen die Sonnenanbeter ihr Aroma ein. Das ausströmende Reifegas lässt zudem benachbarte Früchte schneller reifen. Auch beim Kochen hat das Fruchtgemüse einen Nebeneffekt: Durch die in ihm enthaltene Glutaminsäure bekommt das gesamte Essen mehr Geschmack. Nutzen Sie Tomaten also als natürlichen Geschmacksverstärker – am besten in Bio- Qualität!

Ökologische Landwirtschaft... gesund und gut zum Klima

Dass Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft oft gesünder sind als konventionell erzeugte, hat sich mittlerweile rumgesprochen. Aber wussten Sie schon, dass Sie mit der Wahl von ökologisch erzeugten Produkten auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten?

Etwa 18 % der Treibhausgase weltweit werden durch die Landwirtschaft verursacht. Neben Kohlendioxid werden hier vor allem die Treibhausgase Methan und Lachgas frei. Methan ist ein 25-mal stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid, aber vor allem Lachgas ist ein sehr potentes Gas. Es ist sogar 300-mal stärker als Kohlendioxid. Weltweit sind die landwirtschaftlich verursachten Methan und Lachgasemissionen zwischen 1990 und 2005 um 17 % gestiegen und sollen bis 2030 um bis zu 60 % weitersteigen. Die Hauptursachen dafür sind intensivierte Viehzucht sowie der steigende Einsatz von synthetischen Stickstoffdüngern in der konventionellen Landwirtschaft.

Was ganz genau macht die Stickstoffdüngung nun zum Klimasünder? Bei Stickstoffdüngern ist einerseits die Herstellung sehr emissionsintensiv, dabei werden weltweit im Jahr 90 Millionen Tonnen fossiler Brennstoffe verbrannt und dies führt zu Schadstoffemissionen von bis zu 600 Millionen Tonnen CO₂. Hinzu kommt, dass auf konventionell bewirtschafteten Flächen oft ein Stickstoffüberschuss vorherrscht, da mehr gedüngt wird als die Nutzpflanzen in diesem Moment aufnehmen können. Dann gerät Stickstoff in die Umwelt und wird in der Atmosphäre als Lachgas freigesetzt. Ein anderer Teil sinkt in den Boden und wird durch Bodenorganismen zu Nitrat umgewandelt und führt so zu hohen Nitratgehalten im Grundwasser.

Im Ökolandbau dagegen ist der Einsatz synthetischer Dünger stark reduziert. Hauptsächlich organischer Stickstoffdünger in Form von Gülle oder Mist wird eingesetzt, synthetischer nur in geringen Mengen. Aus organischem Stickstoff wird zwar auch Lachgas und Nitrat freigesetzt, aber um ein vielfaches weniger, und so spart Ökolandbau pro Hektar 50 bis 200kg synthetischen Stickstoffdünger ein. Damit sind die CO₂-Emissionen pro Hektar etwa um die Hälfte niedriger alsim konventionellen Landbau.

Weiterhin dient der Boden als Speicher organischer Substanz und ist damit eine indirekte Kohlenstoffsenke. Durch den höheren Humusanteil können ökologisch bewirtschaftete Flächen 12 bis 15 % mehr Kohlenstoff im Boden speichern. Pro Hektar und Jahr wird so eine weitere CO₂-Menge von 575 bis 700 kg in den Boden zurückgeführt. Der ökologische Landbau spart also nicht nur Klimagase ein, sondern speichert auch mehr klimaschädliches CO₂ im Boden.

Insgesamt erbringt Ökolandbau zwar etwa 30 % geringere Flächenerträge, die Energieaufwendungen liegen jedoch um etwa 50 % niedriger. Deshalb ist Ökolandbau in Bezug auf die eingesetzte Energie viel energieeffizienter als herkömmlicher Anbau.

Biologisch erzeugte Lebensmittel zu kaufen ist also nicht nur gesünder, sondern hilft auch dabei, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und ist damit klimaschonender.

Vegetarisch Grillen... Bratwurst war gestern!



Sommerzeit ist Grillzeit! Kaum lassen sich die ersten Sonnenstrahlen blicken, trifft man sich mit Freunden und Familie zum gemütlichen Barbecue unter freiem Himmel. Aber geht das auch ohne Fleisch? Aber klar! Denn es gibt viele kreative Möglichkeiten, köstliches vegetarisches Grillgut zu zaubern.

Im Mittelpunkt steht hierbei natürlich Gemüse. Dies schmeckt besonders aromatisch, wenn es vorher mariniert wurde. Geeignet sind hierfür hocherhitzbare Öle wie Oliven- oder Nussöl, die mit Knoblauch, Kräutern und Gewürzen raffiniert verfeinert werden. Die Marinade bietet zum einen Geschmack, zum anderen schützt sie das Grillgut, damit es nicht so rasch kokelt. Aufgrund seines hohen Wasseranteils reagiert Gemüse nämlich auf Hitze empfindlicher als Fleisch. Daher sollte man es auch eher auf den Rand des Grills legen und den Rost weit oben positionieren. Beim Grillen auf Holzkohle empfehlen sich zudem Grillpfannen oder Alufolie, damit kleinere Stücke nicht durch den Rost fallen oder Marinade in die Glut tropft. Um die wertvollen Vitamine und Mineralstoffe des Gemüses zu bewahren, sollte es nicht zu lange gegart werden.

Für das vegetarische Grillvergnügen eignen sich besonders mediterrane Gemüsesorten wie Aubergine, Zucchini oder Paprika. Gemeinsam mit Champignons und Zwiebeln auf einen Spieß gereiht erhält man im Handumdrehen einen Klassiker unter den fleischlosen Grillgenüssen: bunte Gemüsespieße. Bei der Auswahl der Zutaten sollte man darauf achten, nur Gemüsesorten miteinander zu kombinieren, die eine ähnliche Garzeit benötigen. Möchte man dennoch festes Gemüse mit zartem mischen, kann man durch unterschiedliche Größe der Stücke die Garpunkte angleichen. Dies gilt auch bei der Herstellung von Gemüsepäckchen, für die verschiedene Gemüsesorten (z.B. Zucchini, Tomaten und Champignons) gemeinsam mit Gewürzen und Öl in Alufolie verpackt auf den Grill gelegt werden. Wer es sättigender mag, kann noch vorgegarten Reis hinzugeben. Etwas Feta oder Parmesan sorgt für zusätzlichen Geschmack, frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano geben den letzten Pfiff.

Ein bisschen aufwändiger ist gefülltes Gemüse. Hierfür können beispielsweise ausgehöhlte Auberginen, Tomaten oder Paprika verwendet werden. Für die Füllung eignen sich Gemüsestückchen,Schafskäse, angebratene Croutons oder aber auch vorgegarte Hülsenfrüchte und Getreide wie Reis oder Grünkern. Sehr lecker schmecken auch mit Frischkäse oder einem Couscous-Gemüsemix gefüllte Champignons.

Und sogar der Nachtisch lässt sich grillen: Wie wäre es mit Pfirsichen, die mit Honig bestrichen und in Alufolie verpackt auf dem Rost landen? Oder kreieren Sie aus Aprikosen, Weintrauben und Erdbeeren ein kunterbuntes Früchtepäckchen. Mit Fruchtsaft beträufelt und mit Honig und Vanille oder Zimt mariniert ein gelungener Abschluss für jeden Grillabend!

Vegetarisches vom Grill liegt absolut im Trend und ist auch für Nicht-Vegetarier ein echtes Highlight!

Vegetarische Ernährung... ungesund & langweilig?



Schon seit Urzeiten hatten Vegetarier mit Vorurteilen zu kämpfen. Da sie angeblich zu faul zum Jagen waren, vergriffen sie sich stattdessen an schutzlosen Wurzeln und rissen mit bloßen Händen Beeren von Sträuchern, um sie auf grausame Weise roh zu verspeisen. Noch heute existiert der Mythos, dass der Begriff „Vegetarier“ aus dem Indianischen stammt und „Der nicht gut jagen kann“ bedeutet.

Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Hörten Vegetarier vor einiger Zeit noch auf ihre Bemerkung, kein Fleisch zu essen ein entsetztes: “Und was isst du dann???”, kommt heutzutage immer häufiger die Reaktion “Ach, wir essen auch ganz selten Fleisch!”.

Dennoch halten sich zwei Vorurteile hartnäckig - Zeit mit ihnen endgültig aufzuräumen:

Vegetarier haben Mangelerscheinungen.
Fleisch gilt als wichtiger Nährstofflieferant für Proteine, Eisen und B-Vitamine. Aber auch Vegetarier sind mit allem versorgt: In Milch, Joghurt & Co. steckt Vitamin B₁₂. Nüsse, Soja und Hülsenfrüchtebieten Eiweiß. Und eine bessere Aufnahme von Eisen aus Pflanzen, das vom menschlichen Körper nicht so gut wie tierisches aufgenommen wird, wird durch eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C, etwa in Form von Obst, erreicht. Studien zeigen, dass der allgemeine Gesundheitszustand bei Vegetariern überdurchschnittlich gut ist und sie seltener unter hohem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs leiden. Auch haben sie eine höhere Lebenserwartung. Dies ist allerdings nicht allein auf ihre Ernährungsweise mit einem höheren Anteil von Obst und Gemüse zurückzuführen. Vegetarier leben meist insgesamt gesünder, indem sie bspw. maßvoll mitNikotin und Alkohol umgehen und ungesunde Lebensmittel wie Fertiggerichte meiden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Sogenannte „Puddingvegetarier“ greifen oft auf Fast Food und Süßigkeiten zurück und ernähren sich somit weder vollwertig noch abwechslungsreich.

Vegetarier wissen nicht, was gutes Essen ist.
Stellen sich „Fleischesser“ ein vegetarisches Gericht vor, denken sie einfach an ihr übliches Essen ohne den Fleischanteil. Doch genau hierin liegt der Fehler. In der vegetarischen Küche wird nicht einfach das Fleisch weggelassen, sondern kreativ durch andere Nahrungsmittel ersetzt. So ergeben sich raffinierte Kreationen mit Gemüse, Obst, Getreide, Nüssen oder Hülsenfrüchten. Vegetarische Ernährung ist vielfältig und steht nicht für Verzicht oder Askese. Im Gegenteil: Viele Vegetarier sind wahre Gourmets!

 Dass vegetarische Küche weder langweilig schmeckt noch eintönig ist, erkennen immer mehr Deutsche: Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage essen 52 % an drei oder mehr Tagen pro Woche kein Fleisch, d.h. in Deutschland leben über 42 Millionen sog. „Teilzeitvegetarier“. Und dabei tun sie nicht nur sich selbst, sondern auch unserem Klima etwas Gutes: Bereits durch einen festen vegetarischen Tag in der Woche werden bis zu 33kg CO₂ pro Person und Jahr eingespart!

Erleben Sie doch selbst einmal, wie abwechslungsreich vegetarisch sein kann, z.B. bei einem Veggiday in den Klima-Hotels!

 
anmelden